Ablauf — vom Erstgespräch bis zur Vereinbarung.
Ein strukturierter Prozess, der sich an der Situation orientiert — transparent in jedem Schritt.
Der Prozess
Der Ablauf einer Konfliktklärung ist nicht starr. Er passt sich der Situation, den Beteiligten und dem Ziel an. Die folgenden Phasen zeigen das Grundgerüst — nicht ein starres Schema.
Phase 1 · Kontakt
Erstkontakt & Einordnung
Eine Person oder HR nimmt Kontakt auf. Im Erstgespräch (ca. 30 Minuten, unverbindlich) wird geklärt: Worum geht es grob? Wer ist beteiligt? Welches Vorgehen könnte passen? Es braucht noch keine detaillierten Konfliktinformationen.
Phase 2 · Auftragsklärung
Auftragsklärung & Rahmen
Wenn sich ein Vorgehen abzeichnet, wird der Auftrag geklärt: Wer beauftragt? Was ist das Ziel? Wer ist involviert? Welcher Vertraulichkeitsrahmen gilt? Welche Informationen werden benötigt und von wem?
Phase 3 · Einzelgespräche
Perspektiven aufnehmen
In der Regel finden vorab Einzelgespräche mit den beteiligten Personen statt. Jeder bekommt Raum, seine Sicht darzustellen — ohne Bewertung und ohne dass Inhalte unkontrolliert fliessen. Diese Gespräche dauern meist 45–90 Minuten pro Person.
Phase 4 · Gemeinsame Klärung
Gemeinsame Sitzung(en)
In der gemeinsamen Sitzung werden Perspektiven sichtbar gemacht, Themen strukturiert und Interessen benannt. Die Anzahl der Sitzungen hängt von der Komplexität und Dynamik ab. Häufig sind 1–3 Sitzungen, bei komplexeren Fällen mehr.
Phase 5 · Vereinbarung
Vereinbarung & nächste Schritte
Wo möglich, werden Vereinbarungen und nächste Schritte konkret festgehalten. Das Ziel ist keine künstliche Harmonie, sondern eine tragfähige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Bei Bedarf folgt eine Nachschau-Sitzung nach einigen Wochen.
Wichtige Prinzipien im Ablauf
Freiwilligkeit
Alle Beteiligten können den Prozess jederzeit verlassen. Konfliktklärung funktioniert nur, wenn die Bereitschaft dazu besteht — sie lässt sich nicht verordnen.
Vertraulichkeit
Was in den Gesprächen besprochen wird, bleibt im Rahmen. Die genaue Vertraulichkeitsregelung wird zu Beginn des Auftrags geklärt und schriftlich festgehalten.
Transparenz
Auftrag, Rollen, Ziele und Kosten werden zu Beginn transparent geklärt. Es gibt keine versteckten Erwartungen oder Vorgehensweisen.